Digitalisierung und Print

Vorbereitung auf die Veränderungen der Druckbranche

Die Digitalisierung bricht mit traditionellen, starren Wertschöpfungs- und Lieferketten und verwandelt sie in miteinander verknüpfte Netzwerke.
interconnected print machine

Digitalisierung der Druckbranche: Veränderungen stehen vor der Tür

Die Druckbranche steht am Beginn eines tief greifenden Wandels.

Smart Technology, intelligente Technologie, revolutioniert derzeit in allen Branchen die Art und Weise, wie Unternehmen und Einzelpersonen miteinander kommunizieren und welche Dienstleistungen sie anbieten und erwarten.

Jede Veränderung birgt Risiken, aber die weltweiten Prognosen für die Druckbranche sind gut. Es wird erwartet, dass der Printsektor wachsen wird: von weltweit 767,4 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2014 auf 862,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.

Dieses Wachstum wird jedoch nicht durch Mengensteigerungen entstehen – das Auftragsvolumen wird voraussichtlich leicht sinken –, sondern aus Veränderungen wie die Print-Unternehmen arbeiten und was sie ihren Kunden anbieten.

Eine Branche, die sich bereits anpassen musste

Der Printsektor hat bereits große Veränderungen aufgrund der wachsenden Dynamik seiner Märkte erlebt.

So wie die Menschen ihr Smartphone zunehmend für alles Mögliche nutzen, vom Bestellen eines Taxis bis zum Bezahlen eines Magazins, verlagert sich auch ihre Interaktion mit Druckanbietern online.

Diese digitale Revolution verändert die Produktion: Miteinander vernetzte Druckmaschinen operieren fast autonom, bestellen eigenständig Ersatzteile und analysieren Daten, um den Druckprozess zu verbessern.

Zunehmend verändern sich auch die Anforderungen an jene, die in der Branche arbeiten: Kenntnisse im Marketing werden z. B. immer wichtiger. In der Tat könnte bald die Herstellung von Drucksachen nicht mehr der wichtigste Teil im Angebot eines Druckanbieters sein.

Im Einklang mit anderen Branchen

Eine kürzlich im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie durchgeführte Studie zeigte, dass die europäische Industrie am Anfang eines grundlegenden Veränderungsprozesses steht, der neues Wachstum, höhere Produktivität und mehr Wohlstand für viele bedeuten könnte – aber auch den potenziellen Verlust der Weltmarktführerschaft.

Die Autoren der Roland Berger Unternehmensberatung, haben folgendes errechnet:
• Wenn Europa nicht die Vorteile der digitalen Transformation realisiert, wird es bis zum Jahr 2025 bis zu 605 Milliarden Euro bzw. mehr als 10 % seiner industriellen Basis verlieren.
• Wenn Europa diese Vorteile jedoch nutzt, kann es bis zum Jahr 2025 1,25 Billionen Euro gewinnen.

Wir gehen heute davon aus, dass die Digitalisierung für die Druckbranche folgendes beinhaltet:

• intelligente Fabriken, die die Produktion auf die Wünsche einzelner Kunden ausrichten
• intelligente Unternehmen, die Lieferketten mit anderen Unternehmen zusammen organisieren und ihr Angebot an neueste Entwicklungen anpassen
• Smart Homes, die die Logistik steuern und innerhalb von Sekunden auf die Wünsche oder sogar Stimmungen ihrer Bewohner reagieren

Für Druckanbieter bedeutet das, dass sie sich an Kunden anpassen müssen, die Druckprodukte per Mausklick oder Touchscreen bestellen möchten. Prognosen von Zipcon Consulting zufolge werden im Jahr 2022 rund 40 % des Druckmarktes in Westeuropa online sein – gegenüber 28 % im Jahr 2018.

Mehr Effizienz

Mehrere Aspekte werden diese Transformation vorantreiben: steigende Kosten, wachsender Investitionsdruck, sinkende Margen und ein noch höherer Wettbewerbsdruck.

Sie alle tragen dazu bei, dass Unternehmen schneller, agiler, flexibler und damit attraktiver für die Kunden werden müssen.
Glücklicherweise gibt es eine Technologie, die das möglich macht.

Starre Wertschöpfungsketten aufbrechen

Die Digitalisierung bricht mit traditionellen, starren Wertschöpfungs- und Lieferketten und verwandelt sie in miteinander verknüpfte Netzwerke.

Das schafft neue Verkaufskanäle und neue Geschäftsfelder und verbessert und erneuert damit die Druckbranche.

Das alles wird die Beziehung zwischen Druckanbieter und Kunde verändern und es wird Unternehmen ermöglichen, auf individuelle Kundenwünsche flexibler reagieren zu können.

printing machine managed from a tablet

Neue Produktlinien und Produktentwicklung

Dank der neuen Digitaltechnologie können Druckanbieter ihr Angebot über klassische Druckprodukte hinaus erweitern.

Der Online-Druck hat die Branche bereits nachhaltig verändert und bietet neben individualisierten Drucksachen z. B. bedruckte Textilien für Hotels, Konferenzen oder Messen. Prognosen zufolge werden kundenspezifische Ausgaben von Magazinen und Broschüren in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen.

Obwohl die Mass Customization zentral für Entwicklung und Wachstum der Druckbranche ist, findet der eigentliche Wandel jedoch nicht so sehr beim Endprodukt statt, sondern hinter den Kulissen: beim Geschäftsmodell und den Wertschöpfungsketten der Druckdienstleister.

Unternehmen, die sich den technologischen Fortschritt zunutze machen können, werden der Konkurrenz voraus sein und von den Vorteilen der Digitalisierung über Jahre hinweg profitieren können.

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